Rettet den Buben vor dem Jungen

Rettet den Buben vor dem Jungen

„Junge, komm bald wieder!“ Es ist eine der bekanntesten Nummern von Freddy Quinn – und das, obwohl der Sänger in Wien aufgewachsen ist. Denn als Wiener hätte er eigentlich Bub sagen müssen. Gut, das Versmaß hätte nicht gepasst. Und „Bube, komm bald wieder“ klingt ja auch schauderhaft.

Tatsächlich machen es viele junge Wienerinnen und Wiener dem alten Schlagersänger nach – auch, wenn sie vermutlich nicht einmal wissen, dass es ihn gibt. Denn der Bub ist bei ihnen kaum mehr zu hören, stattdessen ist vom Jungen die Rede. Vermutlich, weil bundesdeutsche Medien, deutsche YouTuber und Influencer die Sprache der Jugend prägen. Tatsächlich gibt es eine Grenze mitten durch Deutschland – südlich sagt man eher Bub, nördlich Junge. Und offenbar setzt sich die nördliche Variante stärker durch.

Dabei ist Junge sprachlich nicht annähernd so spannend – da wurde das Adjektiv jung einfach zum Hauptwort gemacht. Reichlich unspektakulär, oder?

Der Bub hingegen war ursprünglich ein Bube. Gemeint war unter anderem ein männliches Kind (also ein Junge), aber auch ein Diener oder Knecht wurde so bezeichnet. Schließlich steckte darin auch die Bezeichnung für einen Schelm; diese Bedeutung lebt unter anderem im Spitz- oder Lausbuben weiter.

Man kann den Buben auch noch verkleinern – das Bubi ist ein unreifer junger Mann. Buberl ist ein Kosewort oder auch eine Bezeichnung für einen schwachen – Verzeihung – Jungen. Die Buberlpartie wiederum war einst für die jungen Männer im Umfeld von Jörg Haider reserviert. Der Bubikopf hingegen ist ein Kurzhaarschnitt für Damen.

Apropos, den Knaben gibt es auch noch, aber diese Bezeichnung für einen Buben, aber auch für einen Diener (man denke etwa an Knappe) gilt heute eher als veraltet. Dafür ist in manchen Gegen­den der Bursche verbreitet – dann eher für schon etwas ältere Buben.