Futter für die KI

Futter für die KI

Unternehmen kaufen antiquarische Buchbestände auf, um diese nach KI-Verwertung zu vernichten.

Der Hauptverband des österreichischen Buchhandels berichtet von einer besorgniserregenden Entwicklung am deutschsprachigen Büchermarkt. Bei Antiquariaten sei zu beobachte, dass KI-Unternehmen „vergriffene“ und daher nur mehr antiquarisch erwerbbare Bücher in großen Mengen ankaufen. Längst ausgelistete Sachbücher und Romane werden „palettenweise“ in Richtung USA verkauft.

Dahinter stecke offenbar, so die Information des Interessenverbandes, „mutmaßlich KI-Unternehmen, die gedruckte Bücher als Trainingsmaterial für ihre Sprachmodelle nutzen“. Besonders besorgniserregend dabei: Nach dem Digitalisieren sollen die physischen Exemplare dem Markt durch analoge Entsorgung entzogen werden.

Im Zentrum der Diskussion steht das kanadische Unternehmen „Zoom Books“. Das Unternehmen kauft in großem Umfang Sachbücher, Kochbücher, Biografien und andere Titel aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf. Zoom Books wies den Vorwurf der „Vernichtung durch Entsorgung“ zurück, die Bücher würden für „das Training von KI-Systemen“ erworben. Das Unternehmen beschreibt sein Geschäftsmodell „als regulären Handel mit gebrauchten Büchern sowie deren Verwertung“, so ein weiterführender Bericht des SRF.