
In der Steiermark reicht manchmal ein einziger Satz, um völlig unterschiedliche Dialekte zu hören. Nicht nur in den 13 Bezirken wird unterschiedlich gesprochen, sondern oft auch in den Gemeinden innerhalb eines Bezirkes. Aber warum spricht die Steiermark eigentlich, wie sie spricht? Und wie stehen die Steirerinnen und Steirer eigentlich zum Hochdeutsch?
STEIERMARK. Wie die Steirerinnen und Steirer miteinander dischguriern? Ganz einfach: Wie eana da Schnobl g’wochsn is. Das „Steirische“ wird, wie fast alle österreichischen Sprachvariationen, oft als Variante des Bairischen klassifiziert. Diese Einordnung passiert aufgrund von gemeinsamen Sprachmerkmalen der südöstlichen Dialektgruppe im deutschen Sprachraum. Bairisch, nicht zu verwechseln mit Bayerisch, wird dabei oft als eigene Sprache bzw. Sprachgruppe angesehen, die allerdings, anders als das österreichische Deutsch, nicht standardisiert ist.
„Bölln“ als steirisches Markenzeichen
Das steirische „Bölln“ ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Besonders gut hört man das beim „Kernöu“ raus. Kein Wunder, ist das schwarze Gold doch quasi das Markenzeichen der Steirerinnen und Steirer. Steirisch ist aber nicht gleich steirisch. Innerhalb der Grünen Mark gibt es wesentliche Unterschiede. Die einen haben eine „Hez“ während die anderen eine „Gaudi“ haben, der eine geht „schief“, während der andere „schöch“ geht und den einen ist alles „wurscht“, während den anderen alles „blunzn“ ist. Wo man sich aber größtenteils einig ist: Wenn die „Wadln“ wehtun, hat man „Spotzn“. Aber da steht man in der Steiermark drüber, Steirerblut ist ja kein Himbeersaft.
Die regionalen Unterschiede kommen nicht von irgendwo her. In der Weststeiermark gibt es etwa Einflüsse vom Kärntnerischen, Lautverschiebungen und eine weichere Sprachmelodie. Währenddessen wird die oststeirische Mundart vom Burgenländischen und teilweise vom Ungarischen beeinflusst, was besonders viele Unterschiede im Wortschatz mit sich bringt. Die Südsteiermark verwendet aufgrund ihrer Nähe zu Slowenien einige slawische Lehnwörter, die sich wiederum in der Sprachfärbung widerspiegeln.
















